Was gibt es Neues im Bereich nachhaltiges investieren?
Geld kann mehr sein als Rendite – es kann gezielt dazu beitragen, Klimaschutz, Biodiversität und soziale Gerechtigkeit voranzubringen, wenn es bewusst eingesetzt wird. Darüber haben wir Niklas Krämer, Finanz-Podcaster, Gründer und Partner bei der nachhaltigen Finanzberatung weitergedacht Anlageberatung, in 2023 ausführlich gesprochen.
Daran knüpfen wir nun an: Was hat sich seitdem verändert, welche Entwicklungen haben den Markt geprägt und was bedeutet das für die Zukunft nachhaltiger Geldanlagen?
Niklas Krämer ist Finanz-Podcaster, Gründer und Partner bei der nachhaltigen Finanzberatung weitergedacht Anlageberatung.
Bild: weitergedacht AnlageberatungNils, welche Entwicklungen haben nachhaltiges Investieren und nachhaltige Geldanlagen in den letzten Jahren am stärksten geprägt?
Die letzten 3 Jahren waren eine harte Prüfung für nachhaltige Geldanlagen und die Anleger dahinter. Nach dem Überfall auf die Ukraine und der “Zeitenwende” wollten einige Anleger doch nicht mehr auf Waffenhersteller in ihren Aktienfonds verzichten und auch in der EU Regulatorik wurde diskutiert, ob Rüstung nicht sogar als nachhaltig eingestuft werden kann. 2023 und 2024 waren tatsächlich aus Performance-Sicht die schwersten zwei Jahre überhaupt in der Geschichte “grüner” Geldanlagen. Das schreibe ich in Gänsefüßchen, weil ich ja schon in unserem Interview vor 3 Jahren den Stand der Forschung angeführt habe: an der Börse grüne Aktien rauszusuchen bringt gar nicht wirklich etwas und die Nutzung der Aktionärsrechte ist wichtiger.
Nachhaltige Geldanlagen standen zuletzt unter Druck. Welche Strategien konnten sich dennoch behaupten?
Viele klassische grüne Angebote haben in den letzten Jahren sogar Minus gemacht. Auch mein “Impact-Portfolio”, das ich für meine Mandant:innen manage, war betroffen. Aber durch die Kombination aus aktiven Fonds, die sich auf Shareholder Activism bei den investierten Unternehmen fokussieren, und kostengünstigen ETFs mit positiver Stimmrechtnutzung gab es insgesamt ein deutlich positives Ergebnis. Dabei waren übrigens harte Kontroversen wie Rüstung und Fossile Energien auch komplett ausgeschlossen.
Was ist dein Fazit aus den vergangenen Jahren für nachhaltiges Investieren?
Ich würde sagen, in der Zeit haben sich Spreu und Weizen getrennt: Diejenigen, die opportunistisch auf den Zug aufgesprungen sind, hat es in der Kurve wieder heruntergeworfen. Diejenigen, die es aus Überzeugung und mit Professionalität tun, tun es weiterhin, und zwar auch Rendite-technisch attraktiv.
