Pädagogische Aufforstung mit der Grundschule Beiersdorf

Mitte April waren wir gemeinsam mit einer 4. Klasse der Grundschule Beiersdorf im Wald bei Oppach in der Oberlausitz unterwegs. Ein Tag, der für viele Kinder sicher in Erinnerung bleibt: raus aus dem Klassenzimmer, rein in den Wald – und mitten hinein in die praktische Klimaarbeit. Das Wetter war an diesem Tag auf unserer Seite und wir konnten im Sonnenschein Bäume pflanzen und einiges über die Funktionen des Waldes lernen.

Auf einer vorbereiteten Fläche, die zuvor landwirtschaftlich genutzt wurde, entsteht hier ein klimaresilienter Mischwald. Auf der 1,9 Hektar großen Fläche in Oppach wachsen nun Traubeneiche, Hainbuche, Bergahorn, Bergulme, Lärche, Vogelkirsche und weitere Sträucher.

Zum Steckbrief der Fläche

Gemeinsam haben die Schülerinnen und Schüler junge Bäume gepflanzt und so aktiv dazu beigetragen, dass ein neuer, stabiler Wald wachsen kann.

Zwei Kinder messen einen Baum

An dem Tag der pädagogischen Aufforstung werden die Schüler und Schülerinnen zu echten Wald-Expert:innen.

Klimaschutz, den man anfassen kann

Bevor die Schüler und Schülerinnen den Spaten und die Stecklinge in die Hand bekommen haben, standen noch ein paar interaktive Lernstationen an. Statt abstrakter Theorie ging es um unmittelbares Erleben: Wie fühlt sich Waldboden an? Warum werden Bäume überhaupt gepflanzt? Und was hat das mit dem Klima zu tun?

An interaktiven Lernstationen haben wir gemeinsam viel entdeckt.

  • Warum Mischwälder widerstandsfähiger sind: In einem spielerischen Experiment erlebten die Kinder, wie ein reiner Fichtenbestand bei Sturm komplett einknickt, während ein bunter Mischwald sich gegenseitig stützen kann.
  • Wie Bäume CO2 binden: Mit Maßbändern bewaffnet haben die Kinder den Umfang alter Bäume gemessen und berechnet, wie viel CO2 darin gespeichert ist – von der Menge für ein Jahr Videospiele-Zocken bis hin zu einem Flug nach Südasien.
  • Der Wald als Wasserspeicher: Wir haben gelernt, dass Waldboden ein echter Champion ist – ein einziger Kubikmeter kann bis zu 300 Liter Wasser speichern und so vor Überschwemmungen schützen.
  • Biodiversität für stabile Ökosysteme: Von der Zersetzungsarbeit der Regenwürmer bis hin zum Springschwanz haben wir die kleinen Helden des Bodens kennengelernt.

Besonders eindrücklich war der Moment, in dem aus einer einfachen Pflanzaktion etwas Größeres wurde: das Bewusstsein, selbst Teil eines langfristigen ökologischen Prozesses zu sein.

Die Schulklasse im Kreis mit Pädagogin vor einem bunten Bus

Das Waldmobil der SDW Sachsen dient als perfekter Lernort auch mitten in der Natur. Hier spielen die Kinder gerade da Spiel Mischwald-Stabil.

Ein Wald als Lernort

Nachdem die Kinder einiges gelernt haben und verstanden haben, warum dieser neue Mischwald so wichtig ist, ging es dann auf die Pflanzfläche. Neben dem Pflanzen der Bäume haben die Kinder auch Insektenhäuser auf der Pflanzfläche angebracht sowie Bienenweiden gesät und so die Rolle von Bestäubern im Ökosystem kennengelernt. Weiterhin wurden Fledermauskästen, Vogelhäuser und Sitzkrücken für Greifvögel aufgebaut, die als natürliche Schädlingsbekämpfer – etwa gegen Mäuse oder Borkenkäfer – fungieren.

Mit großer Freude haben alle Kinder einige Bäume gepflanzt und schon dabei erzählt, dass sie regelmäßig zur Fläche kommen wollen, um zu sehen, wie schnell diese Bäume wachsen. Als die Pflanzaktion sich dem Ende neigte, haben sich einige Kinder nur schwer von der Fläche trennen können.

So wurde der Wald nicht nur als Naturraum, sondern als lebendiges, grünes Klassenzimmer erfahrbar. Diese Verbindung aus praktischem Tun und spielerischem Lernen schafft einen Zugang zur Natur, der weit über den Projekttag hinauswirkt.

Damit das Wissen auch zu Hause vertieft werden kann, erhielt jedes Kind zum Abschluss unser selbst geschriebenes Infobuch Unser Wald - Ein Klimaheld. Darin können sie weitere Wissenshappen entdecken und sogar gepresste Baumblätter sammeln.

Kinder schauen zu, wie zwei Mitarbeiter der SDW zeigen, wie man Setzlinge richtig pflanzt.

Bevor es für die Kinder ans bäumepflanzen geht, gibt es eine kurze Einführung der Förster der SDW zu den Baumarten und richtigen Vorgehen.

Zwei Kinder pflanzen zusammen. Das Kind rechts drückt kräftig den Pflanzspaten in die Erde.

Und dann heißt es für die Kinder schon: Spaten und Setzling in die Hand. So entsteht nun Schritt für Schritt ein neuer Mischwald.

Ermöglicht durch die Zurich Planet Hero Stiftung

Diese pädagogische Aufforstung wurde vollständig durch die Zurich Planet Hero Stiftung finanziert. Die Stiftung der Zurich Gruppe Deutschland unterstützt Projekte im Umwelt- und Naturschutz sowie in der Umweltbildung.

Dank dieser Unterstützung konnte ein Tag entstehen, der nicht nur Wissen vermittelt, sondern echte Naturerfahrung ermöglicht.

Eine Gruppe von Grundschüler:innen und Pädagog:innen und ForTomorrow-Mitarbeitenden hält die Hände hoch und zeigt ihre Pflanzurkunden

Alle Kinder und auch Erwachsene haben sich am Ende über eine tolle Aktion und einen neuen Mischwald gefreut.


Bildung macht Mut für die Zukunft

Klimaschutz beginnt in unseren Köpfen. Dabei geht es um viel mehr als nur Faktenvermittlung: Wir wollen echte Teilhabe ermöglichen und den Mut geben, selbst anzupacken.

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