Ab in den Urlaub: Soll ich meinen Flug kompensieren oder doch lieber Bahn fahren?
Sommerzeit ist Reisezeit: Viele von uns freuen sich auf Sonne, neue Orte und einfach mal eine Auszeit. Doch gerade bei der Urlaubsplaung stellt sich oft die Frage: Wie kann ich möglichst klimafreundlich reisen? Ist es besser, gar nicht zu fliegen und lieber Alternativen wie die Bahn zu nutzen oder kann auch ein kompensierter Flug eine sinnvolle Option sein?
Eine einfache Antwort gibt es darauf nicht. Denn die klimafreundlichste Entscheidung hängt von vielen Faktoren ab: der Entfernung, den verfügbaren Alternativen und den eigenen Möglichkeiten. In diesem Artikel zeigen wir dir 3 Tipps, die dir helfen, deine Reiseentscheidung bewusst zu treffen – und mit deinem Handeln möglichst viel für den Klimaschutz zu bewirken.

Im Sommer zieht es viele von uns an den Strand. Doch wie kommt man klimaschonend ans Ziel?
Tipp 1: Nutze das Grundprinzip: vermeiden, reduzieren, kompensieren
Das ist die erste Regel, die dir dabei helfen kann zu entscheiden, wie du eine Reise so klimafreundlich wie möglich gestalten kannst: Kannst du die Reise vermeiden, die Auswirkungen deiner Reise reduzieren, oder sie kompensieren?
Vermeiden
Am besten für das Klima ist es, Emissionen von vornherein zu vermeiden – also nicht in den Urlaub zu fliegen, oder die Dienstreise abzusagen und sich stattdessen per Computer einzuwählen in ein wichtiges Meeting.
Warum ist das so? Selbst wenn man Emissionen kompensiert, verstreicht zwischen dem Ausstoß und der dazugehörigen Kompensation immer wertvolle Zeit, in der die globale Erwärmung erst einmal weiter angeheizt wird. Für die Kompensation über die Aufforstung und das Pflanzen neuer Bäume rechnen wir bei ForTomorrow mit 80 Jahren, bis die Kompensation vollständig eingetreten ist. Außerdem sind Kompensationsmöglichkeiten nicht unbeschränkt verfügbar: es gibt derzeit nur begrenzte Ressourcen wie zum Beispiel Land, um Wälder wachsen zu lassen.
Reduzieren
Den Ausstoß von Treibhausgasen ganz zu vermeiden geht aber nicht immer, daher ist die zweite Option die Reduktion von Emissionen: etwa in dem du klimafreundlicher reist, indem du in den Urlaub nicht so weit weg fliegst und einen kürzeren Flug buchst. Oder du versuchst, mit der Bahn anzureisen, auch wenn es sehr umständlich ist. Wenn die Kosten für eine klimafreundliche Lösung im Vergleich zu einer klimaschädlichen Lösung niedrig sind, fällt es oft leichter, die klimafreundliche Lösung zu wählen. Aber weil bei Flügen zum Beispiel keine Kerosinsteuer gezahlt werden muss, kann es gut sein, dass die klimafreundliche Bahnfahrt deutlich mehr kosten würde als der Flug. Und das kann sich nicht immer jede:r leisten – oder es ist angesichts langer Entfernungen auch nicht für jedes Ziel umsetzbar.
Kompensieren
Die dritte Möglichkeit ist dann die Kompensation: Du unterstützt Maßnahmen, mit denen CO2-Emissionen wieder aus der Luft geholt werden. Das geht zum Beispiel durch die Anpflanzung von Bäumen oder das Stilllegen von Emissionsrechten. Kompensation findet meistens etwas zeitversetzt statt. Wenn du ganz sicherstellen möchte, dass ein kompensierter Flug wirklich nicht die Erderwärmung verstärkt, kannst du den Flug auch überkompensieren: über den Kauf und damit die Stilllegung ein Vielfaches an EU-Emissionsrechten.
Tipp 2: Genieße deine Reise
Du hast für dich eine Entscheidung getroffen. Du hast einen Flug gebucht und die Emissionen kompensiert, oder dich für eine Bahnfahrt entschieden und sitzt jetzt ein paar Stunden länger im Zug. Jetzt kommt der wichtigste Punkt für dich: Genieße es! Eine Bahnfahrt kann gerade deswegen schön sein, weil sie länger und entspannter ist. Vielleicht kommst du dazu, endlich mal dieses Buch zu lesen, dass schon lange auf deinem Nachttisch liegt? Auch der Flug kann ein schönes Erlebnis sein, wenn du weißt, dass du die Emissionen bereits kompensiert hast.
Tipp 3: Sprich darüber
Ob im Freundeskreis, in der Familie oder wo immer du mit anderen Menschen in den Austausch kommst: Du hast dich bewusst für eine emissionsarme Reise entschieden oder deine Emissionen kompensiert? Wunderbar, erzähle anderen davon und sei ein Vorbild! Du hast auf eine spannende Reise verzichtet? Erzähle anderen Menschen, warum, und vielleicht steckt es an und auch sie reduzieren freiwillig ihre Emissionen. Du hättest gerne bessere Alternativen gehabt, wie eine pünktliche, verlässliche und komfortable Bahnfahrt? Setz dich dafür ein, dass die Politik mehr Wert auf Investitionen in den ÖPNV legt. Denn individuell Verantwortung zu übernehmen ist super, aber die notwendigen politischen Entscheidungen werden erst getroffen, wenn den Entscheidungsträger:innen klar ist, wie viele Leute Klimaschutz fordern.
Womit wir nun wieder beim Ausgangspunkt angelangt wären:
Solltest du deinen Flug kompensieren oder doch lieber Bahn fahren?
Um die globale Erwärmung zu stoppen, ist vermeiden sinnvoller als reduzieren, und reduzieren wiederum besser als kompensieren – aber alle drei Optionen leisten einen Beitrag! Wir hoffen, dass dieser Artikel dir dabei hilft, die richtige Entscheidung zu treffen. Jede davon ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg in eine lebenswerte Zukunft.
Das Wichtigste zum Schluss: Lass dich nicht entmutigen. Bleib engagiert. Und folge weiter diesem Blog und ForTomorrow!
