KI wird momentan finanziert über Investment, von bezahlenden Nutzer:innen und (ein kleiner Anteil bei OpenAI) über Werbung.
Bei den durch die kostenpflichtigen KI-Verträge verursachten Emissionen berücksichtigen wir auch die Emissionen, die bei der Gratisnutzung entstehen und nicht von Werbung finanziert werden. Diese Emissionen entstehen nur deshalb, weil es eine bezahlende Kundschaft gibt.
Um dir eine Schätzung deiner KI-Emissionen zu geben, berücksichtigen wir ja nicht nur die eng gefassten, unmittelbaren Emissionen, die durch die Berechnung von KI-Anfragen entstehen, sondern auch die Emissionen, die dadurch entstehen, was große Sprachmodelle (LLM) erst möglich gemacht hat. Dazu gehören das Modelltraining, aber auch Marketingaktivitäten der KI-Unternehmen. Um eine Analogie zu ziehen: Würden wir den CO2-Fußabdruck einer Dose Red Bull berechnen, wäre es zu kurz gefasst, die Lieferkette außer Acht zu lassen, über die die Dose an den Ort gelangt, an dem man sie kauft, und die riesigen Marketingkampagnen zu ignorieren, die Red Bull zu der Marke machen, die sie ist. Das Gleiche gilt für ChatGPT.
Eine ausschließlich kostenpflichtige KI wäre zwar möglich, aber eine kostenlose wäre ohne die zahlenden Nutzer:innen schwer umsetzbar (das über Werbung finanzierte Modell von OpenAI muss sich noch beweisen). Ohne Einnahmen und ohne neue Investitionen wäre ein KI-Unternehmen in kurzer Zeit insolvent. Offenbar halten die KI-Unternehmen also die kostenlose Nutzungsstufe für notwendig, um Kund:innen und Investitionsgelder zu gewinnen. Wenn wir also die Verantwortung für die Emissionen den Endnutzer:innen zuweisen, sollten dies die zahlenden Kund:innen sein.
Zudem verursacht, wie bereits erwähnt, das Training mehr Emissionen als die Berechnung von KI-Anfragen. Selbst wenn die KI-Unternehmen die kostenlose KI-Nutzung auf null reduzieren, würden die Emissionen durch das Training erst dann aufhören, wenn kein Geld mehr reinkommt.