Der CO2-Preis bei ForTomorrow

In 2022 mussten wir unseren Preis für die Kompensation erhöhen. Warum ist das eine gute Nachricht?

Wenn man mit ForTomorrow klimaneutral lebt, kompensiert man seinen CO2-Ausstoß mit direktem Klimaschutz in Europa. Der Ausgleich erfolgt über zwei Maßnahmen: Einerseits pflanzen wir Bäume in Deutschland, die das ausgestoßene CO2 wieder aus der Luft holen, anderseits kaufen wir den großen Emittenten in Europa (z. B. Kohlekraftwerken) Emissionsrechte weg. So werden sie gezwungen, weniger CO2 auszustoßen.

Wie setzt sich unser Preis zusammen

Der Preis um eine Tonne CO2 zu kompensieren, setzt sich aus unseren beiden Kompensationsmaßnahmen zusammen. Wenn man mit ForTomorrow eine Tonne CO2 kompensiert, holen wir die Hälfte wieder aus der Luft, indem wir in Deutschland zwei Bäume pflanzen und die andere Hälfte kompensieren wir über die Stilllegung von einem halben europäischen Emissionsrecht.

ForTomorrows Preiszusammensetzung für die Kompensation einer Tonne CO<sub>2</sub>: über die Hälfte geht zu Emissionsrechte, etwa ein Drittel zum Pflanzen von Bäume, 19% ist Mehrwehrtsteuer, 15% bleibt übrig für ForTomorrow.
Unser Kompensationspreis setzt sich hauptsächlich aus den Kosten fürs Bäumepflanzen und aus den Kosten für EU-Emissionsrechte zusammen.

EU-Emissionsrechte werden an verschiedenen Börsen gehandelt, eine der größten ist die Intercontinental Currency Exchange - The ICE. Der Preis für Emissionsrechte schwankt und steigt glücklicherweise langfristig. Damit wir unseren Abopreis möglichst stabil halten können, gingen wir vom vorhergesagten Durchschnittspreis für 2021 für EU-Emissionsrechte aus. Dieser lag bei 40 € pro Tonne für 2021. Doch die Vorhersage war viel zu niedrig. Mittlerweile ist der Preis der EU-Emissionsrechte auf ein Allzeithoch über 96 € pro Tonne gestiegen. Den Preis für die bereits bestehenden Abos konnten wir zuerst stabil halten. Aber jetzt müssen wir den Preis doch wieder erhöhen.

Auf den Emissionsrechtepreis müssen wir dann noch Mehrwertsteuer zahlen. Zusätzlich verwenden wir als gemeinnützige GmbH maximal 15 % unseres Preises für Gehälter, Verwaltungs- und Werbeausgaben.

Eine Tonne mit ForTomorrow zu kompensieren kostet ab Dezember 2021 für neue Spenden 72 € pro Tonne. Der Großteil der Kosten wird in 2022 durch den Preis der EU-Emissionsrechte verursacht. Ich habe selbst im Emissionshandel gearbeitet und kaufe die Emissionsrechte so günstig wie möglich, doch der Preis wird hoffentlich weiter steigen, denn genau das macht klimafreundliches wirtschaften für Unternehmen profitabel. In 2020 konnte ich die ersten Mengen noch bei knapp 20 € pro Tonne kaufen. Diese Menge ist bereits stillgelegt. Seitdem ist der Preis weiter gestiegen und neue Mengen mussten wir deutlich teurer einkaufen.

Seit ForTomorrow die erste Menge gekauft hat, hat sich der Preis für EU-Emissionsrechte mehr als verdreifacht.
Preisentwicklung für das Recht in der EU eine Tonne CO2 auszustoßen

Das ist großartig. Dann wird die EU-Wirtschaft schneller klimafreundlich. Zum Beispiel muss jedes Kohlekraftwerk in Europa Emissionsrechte kaufen, um CO2 ausstoßen zu dürfen. Steigt der Preis für die Emissionsrechte, lohnt sich die Kohleverstromung nicht mehr. Wie hat der CEO von Vattenfall die Entscheidung, das neue Kohlekraft Moorburg stillzulegen, so schön begründet: “Wenn man aber andererseits Geld damit verliert, muss man etwas tun.”

Und jetzt wird das ehemalige Kohlekraft Moorburg zur Produktionsstätte von grünem Wasserstoff.

Doch steigende Preise alleine reichen nicht. Damit in der EU wirklich weniger ausgestoßen wird, müssen weniger Emissionsrechte im Markt sein. Darum kaufen wir dank ForTomorrows Abonnenten fleißig weiter der Industrie die Emissionsrechte weg. So reduzieren wir den europäischen CO2-Austoß.

Zusätzlich holen wir CO2 aus der Luft. Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre ist so stark gestiegen, dass der Klimawandel weitergeht, selbst wenn wir ab heute weltweit CO2-neutral leben. Darum kaufen wir nicht nur Emissionsrechte, sondern forsten neue Wälder in Deutschland auf, um langfristig den CO2-Gehalt in der Atmosphäre auf das sichere Level von 350 ppm zu senken.