Unternehmensporträt

ForTomorrow ermöglicht wirksamen Klimaschutz per Abonnement

Non-Profit-Start-up kompensiert CO2-Bilanz und nutzt dazu den EU-Emissionshandel

Die Erderwärmung schreitet voran und noch immer steigt der weltweite CO2-Ausstoß. Für die Kehrtwende ist jetzt jede:r Einzelne gefragt. Um im großen Stil Emissionen zu senken, müssen wir gezielt entscheidende Hebel bewegen. Das Non-Profit-Start-up ForTomorrow verknüpft das eine mit dem anderen und ermöglicht individuellen Klimaschutz mit Wirkungsgarantie.

Mission: Allen Menschen wirksamen Klimaschutz ermöglichen in Europa

Dabei folgt das Unternehmen der Vision, die EU noch vor 2040 klimaneutral zu machen. Klimaneutral bedeutet, dass nur so viele Treibhausgase in die Luft gelangen wie zugleich gebunden werden können. Um das zu erreichen, müssen alle Europäer:innen ihren CO2-Fußabdruck auf weniger als eine Tonne pro Jahr senken. Da dies aus eigener Kraft nicht möglich ist, verschafft ForTomorrow Privatmenschen Zugang zum EU-Emissionshandel.

“Der Emissionshandel ist das Klimaschutz-Tool der Europäischen Union und von der Idee her sehr wirkungsvoll, um den CO2-Ausstoß in Europa kontinuierlich zu senken. Allerdings schöpft die Politik das Potenzial nicht aus und bleibt damit hinter den Erwartungen vieler Menschen zurück – hier setzt die Idee von ForTomorrow an”, beschreibt Ruth von Heusinger, Gründerin und Geschäftsführerin von ForTomorrow, ihre Motivation. Die Diplomphysikerin hat das Unternehmen 2019 gegründet, um den Emissionshandel umzugestalten – frei nach dem Motto “Beat the system by using the system.”

CO2-Kompensation durch Vermeidung per Abo

Wie funktioniert es konkret? Das Berliner Unternehmen bietet sogenannte Klima-Abos an. Mit ihrer monatlichen Spende kompensieren Nutzer:innen monatlich ihre individuelle CO2-Bilanz. Im Gegenzug kauft ForTomorrow EU-Emissionsrechte und legt diese still. Durch die Verknappung können die großen CO2-Emittenten wie Energiekonzerne, Schwerindustrie und Luftfahrt weniger Zertifikate kaufen und dürfen weniger Treibhausgase ausstoßen. Der zweite Teil des Geldes fließt in die Aufforstung klimaresilienter Mischwälder in Deutschland, um langfristig CO2 aus der Luft zu filtern und zu speichern.

Mit dieser Methode bietet ForTomorrow eine bisher einzigartige Ausgleichsmöglichkeit an, die CO2-Ausstoß in Europa unkompliziert und zuverlässig senkt und bindet. Um den Abonnent:innen darüber Sicherheit zu geben, arbeitet das Start-up transparent. Der monatliche Impact Report gibt eine Übersicht über das Erreichte. Forstleute erstatten regelmäßig Bericht über die bepflanzten Flächen. Deren Beobachtung soll mittelfristig durch den Einsatz von Drohnen oder Satellitenbildern noch besser werden.

Wirkungsgarantie durch Gemeinnützigkeit und regelmäßige Reportings

Die Unternehmensform gGmbH stellt bereits sicher, dass die Spenden von ForTomorrow zweckgebunden eingesetzt werden. ForTomorrow ist dazu verpflichtet, mindestens zwei Drittel der Einnahmen in Klimaschutzprojekte zu investieren. Aktuell liegen die Investitionen weit über dem Pflichtanteil sogar bei 85 Prozent. Um die betrieblichen Kosten gering zu halten, verzichtet das Start-up auf ein eigenes Büro und arbeitet stattdessen in einem Co-Working Space in Berlin. Das Team um Gründerin und Geschäftsführerin Ruth von Heusinger besteht aus vier Festangestellten sowie einer wachsenden Anzahl von Freelancer:innen und Ehrenamtlichen. Ein Expert:innen-Beirat berät das ForTomorrow-Team in seinen Aktivitäten sowie in der Strategieentwicklung. Zu den Mitgliedern gehören Prof. Dr. Grischa Perino (Professur für VWL, insb. Ökologische Ökonomie) sowie Thomas Schmidt (CEO Haniel).

Meilensteine: Erste Erfolge und Ziele 2023

Die bisherige Bilanz macht Mut: bereits über 1 200 Menschen nutzen die Kompensationsangebote. Gemeinsam hat die Community bereits mehr als 18 000 Tonnen CO2 ausgeglichen. Dazu werden über 34 000 neue Bäume gepflanzt und mehr als 10 000 Emissionsrechte stillgelegt. Umgerechnet entspricht das CO2-Einsparungen in einem Umfang, als würde ein Kohlekraftwerk über acht Tage abgeschaltet werden. Zum Vergleich: In Deutschland wurden im Jahr 2021 laut Umweltbundesamt, 762 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen.

Für sein Engagement erhielt das Klima-Start-up im Oktober 2022 den Planet Hero Award der Zurich Gruppe Deutschland. Neben Anerkennung bedeutet die Auszeichnung vor allem gute Nachrichten für den Klimaschutz. Das Preisgeld hilft ForTomorrow weiter zu wachsen. Bis Ende 2023 sollen 100 000 Tonnen ausgeglichen werden. Um diesen Kurs zu erreichen und nachhaltig zu sichern, wird ForTomorrow die eigenen Aktivitäten strategisch ausbauen und um Angebote für Unternehmenskunden sowie Kooperationsmöglichkeiten erweitern. So will ForTomorrow mit einer wachsenden Community dazu beitragen, die Vision eines klimaneutralen Europas vor 2040 zu verwirklichen.