Sauerkraut selber machen: gesund und gut für den Klimaschutz

Wer von Euch hat nicht schon einmal Sauerkraut gegessen?! Ich persönlich esse es wahnsinnig gern, vor allem ganz frisch wie ein Salat. Das Tolle an Sauerkraut ist, dass es wirklich einfach herzustellen ist. Man benötigt nur Weißkohl, Salz und etwas Zeit ;). Die Herstellung von Sauerkraut kannst du außerdem auf andere Gemüsearten wie Karotten oder andere Kohlarten übertragen.

Hier zeige ich euch ein Rezept, welches ich selbst ausprobiert habe und ganz lecker finde:

ein Weißkohl und Salz
Foto: Atarah Ruiz Turró

Zutaten

  • 1 kleiner Weißkohl (am besten wenig grüne Blätter)
  • 1 EL Salz → Weißkohl und Salz werden im Verhältnis 100:1 dosiert, also 1 kg Weißkohl und 10 g Salz
  • Nach Belieben andere Gewürze

Zubereitung

Der Kohl sollte sauber, aber nicht gewaschen sein, ggf. also die äußeren Blätter abmachen und möglichst einen Biokohl verwenden.

halbieter Weißkohl mit entferntem Strunk
Foto: Atarah Ruiz Turró
Weißkohl zum Teil in feine Streifen geschnitten
Foto: Atarah Ruiz Turró

Danach den Kohl in möglichst dünne, aber lange Streifen schneiden. Nach Belieben kann auch ein Hobel benutzt werden. Die Form wird aber schöner, wenn es dünn mit dem Messer geschnitten wird. Der Strunk wird dabei ausgespart.

Schüssel mit Weißkohlstreifen, Salz und weiteren Gewürzen
Foto: Atarah Ruiz Turró

Ist der Kohl fein geschnitten, wird er in eine Schüssel gegeben und das Salz darauf verteilt. Jetzt kann nach der eigenen Vorliebe auch Ingwer, Pfeffer, Chili, Kreuzkümmel oder andere Gewürze dazu gegeben werden. Anschließend wird der Kohl geknetet, und zwar so lang, bis unten in der Schüssel Wasser steht. Es müssen so viele der Zellen wie möglich aufgebrochen werden, damit die Fermentation gut funktioniert.

ein altes Gurkenglas mit geschichtetem Kohl, welcher oben im Eigenwasser steht
Foto: Atarah Ruiz Turró
ein altes Gurkenglas mit geschichtetem Kohl, welcher oben im Eigenwasser steht, von oben
Foto: Atarah Ruiz Turró

Jetzt müssen Gläser mit heißem Wasser ausgespült werden und dort wird der Kohl sehr eng geschichtet. Es sollte möglichst keine Luft an den Kohl kommen.

geschichteter Kohl, verschlossen mit einer Kartoffel auf einer Plastiktüte
Zum Verschließen habe ich eine alte Plastiktüte verwendet, auf die ich zum Beschweren eine Kartoffel gelegt habe. Foto: Atarah Ruiz Turró

Wenn der Kohl bis oben hin geschichtet ist, wird das Glas möglichst dicht verschlossen und auf einen Teller gestellt, falls Flüssigkeit austreten sollte. Wenn die ersten Bläschen aufsteigen, hat der Fermentationsprozess eingesetzt. Er ist fertig, wenn keine Bläschen mehr entweichen. Also heißt es warten! Ich habe den Kohl oft schon nach 2 Wochen gegessen, man kann aber auch durchaus länger warten, denn mit der Zeit verändert sich der Geschmack weiter.

Fun Fact

In der Industrie wird das Sauerkraut abgekocht, um die Fermentation zu stoppen. Das dabei verloren gegangen Vitamin C, wird nachträglich wieder dazugegeben.

Klimaschutz

Warum sollte man der Umwelt zu Liebe sein Sauerkraut selbst herstellen? Es entsteht weniger Logistik, der industrielle Herstellungsprozess fällt ebenso wie die Verpackung weg. Es ist aber auch wichtig zu verstehen, dass man viele Gemüsearten einfach konservieren kann, wenn man sie nicht schnell genug verbraucht. So wird weniger weggeschmissen, wodurch man Ressourcen und damit auch CO2 spart. Denn im Durchschnitt wirft jeder Deutsche 75 kg Lebensmittel im Jahr weg. 1 kg Kohl entspricht dabei 0,4 kg CO2 oder 2 km Autofahrt.

So, dann lasst es euch allem schmecken und ich hoffe, es gelingt gut!