CO2-Kompensation mit Emissionsrechten: Verpflichtender Markt vs. Freiwilliger Markt

Wie funktioniert der Handel mit Emissionsrechten, wie kannst du mit seiner Hilfe CO2 kompensieren und was macht ihn so besonders?


Der EU Emissionsrechtehandel, Emissionshandel oder Handel mit Emissionsrechten ist das offizielle Klimaschutz-Tool der Europäischen Union. Es geht darum, den Ausstoß von Treibhausgasen wie CO2 zu reduzieren und die Energiewende voranzutreiben. In der EU müssen große CO2-Emittenten wie Kohlekraftwerke und energieintensive Unternehmen verpflichtend Emissionsrechte kaufen. Sprich, sie müssen sich das Recht kaufen, CO2 ausstoßen zu dürfen. Ein Emissionsrecht berechtigt zum Ausstoß von einer Tonne CO2. Stoßen Unternehmen CO2 aus, ohne ein Emissionsrecht dafür zu besitzen, werden hohe Strafen fällig und sie müssen die Emissionsrechte nachreichen.

Auch wir bei ForTomorrow nutzen den Handel mit Emissionsrechten. Für unsere Abonnent:innen kompensieren wir CO2, indem wir EU Emissionsrechte kaufen und diese ungenutzt löschen. Dadurch verhindern wir, dass z.B. Kohlekraftwerke CO2 ausstoßen dürfen. So verschärfen wir die europäischen Klimaziele.

Kohlekraftwerk mit CO<sub>2</sub> Ausstoß
Kohlekraftwerke wie dieses im Hintergrund sind verantwortlich für 30% der deutschen Treibhausgasemissionen.

Verpflichtender Markt vs. freiwilliger Markt: Was gibt es zu beachten?

Verpflichtender Markt. Der EU-Emissionshandel (EU ETS) ist ein verpflichtender Markt. Das heißt, große europäische CO2-Emittenten, z.B. Stahlkonzerne oder Kohlekraftwerke, müssen sich das Emissionsrecht erkaufen, CO2 ausstoßen zu dürfen. Egal, ob sie am Klimaschutz interessiert sind oder nicht. Ein EU Emissionsrecht entspricht genau einer Tonne CO2, die ausgestoßen werden darf. Das Besondere am EU-Emissionshandel ist das “Cap and Trade System”. Das “Cap” definiert exakt, wie viel CO2-Emissionsrechte jedes Jahr insgesamt zur Verfügung stehen. Die Anzahl an Emissionsrechten ist also gedeckelt durch die EU. Jedes Jahr sinkt die Zahl dieser Emissionsrechte. Dadurch sinkt auch die Menge an CO2, die durch die Wirtschaft emittiert werden darf. So nähern wir uns schrittweise der Klimaneutralität.

Grafik EU Emissionszertifikaten (EU ETS) jährlich
Foto: Umweltbundesamt 2021. Diese Grafik zeigt, wie die Gesamtmenge an ausgeschütteten EU Emissionsrechten (EU ETS) jährlich abnimmt.

Freiwilliger Markt. Heute gibt es eine Vielzahl von Unternehmen und Privatpersonen, die das Prädikat “klimaneutral” tragen. Die meisten kompensieren CO2 (engl. „to offset CO2), indem sie in Klimaschutzprojekte im globalen Süden investieren. Darüber erzeugen sie dann CO2-Zertifikate. So können Unternehmen ihren CO2-Fußabdruck ausgleichen und sich auf dem Papier “klimaneutral” nennen. Bewertungs-Unternehmen wie “Verra” oder “The Gold Standard” haben dafür Standards festgelegt. Der tatsächliche Klima-Nutzen dieser Projekte bleibt umstritten. Es gab Fälle, in denen durch Projekte erst mehr CO2 ausgestoßen wurde, um sich dann nachträglich eine größere CO2-Reduktion anrechnen lassen zu können.

Außerdem kann es zu CO2-Doppelzählungen in den Ländern kommen, in denen diese Klima Projekte realisiert werden. Unterstützt ein europäisches Unternehmen beispielsweise ein Projekt in Nigeria, so kann das eingesparte CO2 dem europäischen Unternehmen gutgeschrieben werden. Nigeria kann sich die gleiche Menge an CO2 aber auch zu schreiben, denn das CO2-Einsparungs-Projekt findet ja auf nigerianischem Boden statt. Das kann langfristig dazu führen, dass die CO2-Reduktion auf dem Papier höher ist, als die tatsächliche CO2-Reduktion. Dann glauben wir zwar, wir hätten die Klimakrise gelöst, der tatsächliche Klimawandel schreitet aber weiter voran. Bislang gibt es keine zuverlässigen Instrumente, um solche Szenarien vollständig zu unterbinden.

CO2-Kompensation mit Emissionsrechten: Fazit für uns bei ForTomorrow

Unser Ziel mit ForTomorrow ist es, CO2-Kompensation so sicher und zuverlässig wie möglich zu machen und direkt dort anzusetzen, wo der hohe CO2-Ausstoß stattfindet, hier bei uns in Europa – um den menschengemachten Treibhauseffekt aufzuhalten. Deshalb setzen wir auf den verpflichtenden Europäischen Emissionshandel mit EU Emissionsrechten (EU ETS). Dieser bietet mit seinem Cap & Trade System einen Mechanismus, der langfristig und planbar die Gesamtmenge an CO2 drosselt, die ausgestoßen werden darf in der EU. Mit jedem Emissionsrecht, dass wir mit ForTomorrow wegkaufen, wird eine Tonne weniger CO2 in der EU ausgestoßen. Und durch die Verknappung wird der CO2-Preis in den nächsten Jahren steigen, was dazu führt, dass CO2 intensive Technologien unprofitabel werden und sich grüne Technologien durchsetzen. Diese Energiewende treiben wir voran mit unseren Abonennt:innen.

Quellen

Umweltbundesamt. (2022, 14. April). Deutsche Emissionshandelsstelle: Emissionshandel – Volkswirtschaft und Klimaschutz.

Emissions Authority Netherlands. (2022, 14. April). How does the EU ETS work?