Aufforstung in Deutschland: Wie geht Waldanbau?

Seit diesem Jahr kompensieren Klima-Abonnenten ihren CO2-Fußabdruck mit ForTomorrow. In der Pflanzzeit im Oktober bis November geht es los mit der Aufforstung – es werden die ersten Bäume gepflanzt, wodurch CO2 aus der Luft gebunden wird. Seit dem Start sind viele Fragen von interessierten Menschen und unserer Community bei uns eingegangen.

In diesem Artikel wollen diese Fragen beantworten und klären, worauf es ankommt bei der Aufforstung von Wäldern in Deutschland.

Auf was sollte man achten bei der Aufforstung in Deutschland?

Beispiel Aufforstung eines Mischbuchenwaldes, Bad Niedernau, Süddeutschland
Foto: Atarah Ruiz Turró. Beispiel eines Mischbuchenwaldes, Bad Niedernau, Süddeutschland

Worauf man achten muss bei der Aufforstung, hängt vom Standort und den Zielen der Wald-Pflanzung ab. Unser Ziel ist, langlebige, klimarobuste Wälder aufzuforsten. Dafür ist die richtige Auswahl der Jungpflanzen in Bezug auf Herkunft, Standortanpassung und Wert für die ökologische Vielfalt und Biodiversität wichtig. Damit die Wälder dem auch in Deutschland bereits stattfindenden Klimawandel standhalten, pflanzen wir keine Monokulturen, sondern Mischwälder.

Bei der Auswahl der Flächen achten wir auf FSC, Naturland oder PEFC Zertifizierung und dass die Flächen öffentlich zugänglich sind. Darüber hinaus lassen wir jede Pflanzung durch ExpertenInnen begleiten.

Warum machen wir Aufforstung in Deutschland und nicht zum Beispiel in Entwicklungsländern?

Beispielfoto einer Baumschule Aufforstung
Foto: Getty Images/felix_ro. Beispielfoto einer Baumschule

ForTomorrow möchte als gemeinnütziges Unternehmen garantieren, dass der gepflanzte Wald lange bestehen bleibt, denn so bleibt das CO2 (genauer gesagt der Kohlenstoff C) im Holz gebunden. In Deutschland gibt es seit 1975 das BWaldG (Bundeswaldgesetz). Der Wald unterliegt starken Kontrollen und wird vom Staat geschützt. So wird illegale Abholzung unterbunden und nach Bränden, Sturmschäden oder Dürren müssen Waldflächen wieder hergestellt werden. Das heißt, wenn ForTomorrow einen neuen Wald auf staatlichen Flächen aufforstet und später dort Kahlflächen entstehen, ist der Staat verpflichtet diese wieder aufzuforsten.

Wie berechnen wir, wie viel Bäume wir aufforsten müssen, um eine Tonne CO2 zu binden?

Für das Bestandsinnenklima müssen die Jungbäume sehr dicht gepflanzt werden, pro Hektar circa 4000 Bäume. Nach 100 Jahren werden nur noch circa 500 Bäume davon bestehen bleiben. Es ist in unserer Rechnung mit einkalkuliert, dass ein Teil der Bäume eingeht oder später aktiv herausgenommen wird, um den stärksten Bäumen Platz zu schaffen. Dabei gerät ein Teil des vorher absorbierten CO2s wieder in die Luft, ein anderer bleibt im Boden gespeichert. Diese Punkte sind von uns berücksichtigt.

Die konkreten Berechnungen zur Aufforstung basieren auf der Bundeswaldinventur vom Thünen Institut, welche wiederum auf Grundlage des Kyoto-Protokolls erstellt wird. Um eine Tonne CO2 nach 80 Jahren langfristig gebunden zu haben, müssen wir vier Bäume pflanzen.

Welche Anpassungen werden aufgrund des Klimawandels für einen gesunden Wald vorgenommen?

Auch aus Gründen des Klimawandels haben wir uns für die Aufforstung in Deutschland entschieden. Über das Bundeswaldgesetz ist gesichert, dass die Waldflächen langfristig bestehen bleiben. Durch den bereits stattfindenden Klimawandel ist der Wald verstärkt witterungsextremen, wie Trockenheit, Hitze und Stürmen ausgesetzt und Schädlingsbefall zum Beispiel durch den Borkenkäfer nimmt zu. Um den neuen Wald resistenter zu machen, achten wir bei der Aufforstung besonders auf Baumartenvielfalt.

Wie werden die neuaufgeforsteten Flächen gepflegt und geschützt?

Beispiel für die Kontrolle nach der Aufforstung
Foto: Getty Images/Highwaystarz-Photography. Beispiel für die Kontrolle nach der Pflanzung

Die ersten 5 Jahre nach der Aufforstung wird der oder die WaldbesitzerIn für Schutz und Pflege der Wiederaufforstung sorgen. Nach Ablauf der ersten 5 Jahre ist die aufgeforstete Fläche durch die gesetzlichen Regelungen für Wald- und Naturschutz geschützt. Die Pflanzungen werden vor Wildverbiss und Konkurrenz durch Begleitvegetation geschützt. Die Pflege wird bodenschonend und ohne Pestizide oder Düngemittel durchgeführt.